Ab in den Süden - Encarnación, Trinidad und zurück nach Villarrica
In diesem Artikel geht es zu dem südlichsten Punkt unserer Reise, nach Encarnación. Das wir unseren Plan etwas abändern mussten, konntest du bereits im vorherigen Artikel lesen.
Der Grund dafür war zwar zunächst nicht erfreulich, jedoch aber das Resultat der kleinen Zwangspause.
Aber lies selbst, wie sich die Tage sieben bis neun gestaltet haben ...
Entspannte Fahrt nach Encarnación.
Fahrt durch dünnbesiedelte Landstriche.
Encarnación liegt ganz im Süden Paraguays an einem weiteren großen Stausee. Die Fahrt von Ciudad del Este war landschaftlich sehr interessant und ruhig. Während anfänglich noch die Landwirtschaft mit ihren großen Feldern und Betrieben das Bild prägten, wurde es Kilometer um Kilometer immer naturbelassener und ruhiger.
Tatsächlich ist die Region, welche wir durchfuhren, eine sehr dünn besiedelte. Daher war es eine sehr sinnvolle Entscheidung, vor der Abfahrt noch zu tanken. Mit einem halb vollen Tank hätte man im ungünstigen Fall die frühere Werbung eines blauen Mineralölkonzerns nachspielen können.
Ebenfalls fiel in dieser Region auf, dass das Fahrverhalten aller Teilnehmer etwas ruhiger wurde. Zwar schienen Tempolimits weiterhin nur eine Empfehlung zu sein, aber es wirkte allgemein etwas geordneter. Das galt nicht nur für den leeren ländlichen Raum, sondern auch später für Encarnación, wie wir feststellten.
Wie bereits geschrieben, fühlte sich mein Bruder seit dem Morgen leider etwas unwohl, weshalb wir unseren Reiseplan leicht abgeändert haben. Dadurch, dass sich mit fortschreitender Fahrt das Wetter wandelte und es immer trüber und regnerischer wurde, fiel uns die Entscheidung jedoch nicht schwer.
Kreuzung in Encarnación, regnerischer Wetter.
Als wir Encarnación erreichten, steuerten wir direkt das während der Fahrt herausgesuchte Hotel an. Wie schon zuvor beschrieben, überraschte und auch innerhalb der Stadt der, im Vergleich zu Asunción, durchaus geordnete Straßenverkehr. Wir nahmen uns zwei Zimmer für zunächst eine Nacht, welche modern, hübsch und sauber eingerichtet waren.
Während mein Bruder ruhte, begab ich mich noch einmal in das Stadtleben, um ein paar Einkäufe zu tätigen. Ich spazierte etwa 15 Minuten zum Supermarkt und war wirklich beeindruckt vom allgemeinen Erscheinungsbild der Stadt. Encarnación war schon zu diesem Zeitpunkt gefühlt ganz anders als andere Städte, welche wir in Paraguay besuchten.
Mir fielen bereits bei diesem kurzen Spaziergang die breiten Wege, die vielen Geschäfte, die wenig beschädigten Straßen und die Sauberkeit auf. Da wir noch einen Tag in unserer gesamten Reiseplanung offen hatten, schlug ich vor, diesen in Encarnación zu verbleiben. Die Stadt sollte nicht nur als kurzer Zwischenstopp dienen, sondern musste angeschaut werden. Zudem konnte sich mein Bruder auf die Weise besser erholen als während der Fahrt im Auto.
Während meines Rückwegs zum Hotel begann es zu regnen, was sich immer stärker in der Nacht fortsetzte. Teilweise verwandelten sich die Straßen dabei in kleine Flüsse.
Encarnación - Die Perle des Südens?
Entspannter Abendspaziergang durch Encarnación.
Am Morgen des achten Tages beschlossen wir dann final, dass wir den Tag zur Genesung meines Bruders und der entspannten Erkundung von Encarnación nutzen wollten. Dies war eine absolut gute Entscheidung, welche wieder einmal aus einem anfänglich kleinen Rückschlag ergab. Der Vormittag war noch recht trüb und ich nutzte die Zeit, um die bisherigen Erlebnisse der Reise zu dokumentieren.
Zur Mittagszeit klarte es auf und wir hatten ab diesem Moment wundervollen Sonnenschein und bestes Wetter bis zum Abschluss unserer gesamten Reise. Perfekt also für unsere Stadterkundung. Dabei liefen wir ganz zufällig und planlos durch die Gegend, ließen uns einfach treiben und saugten die Eindrücke auf.
Wir liefen durch Straßen, über Plätze und Parks, entdeckten einen interessanten Friedhof und die Uferpromenade mit Blick auf die argentinische Grenzstadt Posadas. Es war einfach beeindruckend und gefühlt auch etwas untypisch für paraguayische Städte, wenn wir unsere bisherigen Eindrücke zugrunde legen.
Strandpromenade von Encarnación.
Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel beschlossen wir noch einmal aufzubrechen und die Stadt weiter bei einem Abendspaziergang zu erkunden. Dabei entdeckten wir weitere, noch schönere Orte. Encarnación liegt an einem riesigen Stausee, welcher den Rio Paraná derart verbreitert, dass er wie ein Meer wirkt. Und wie es sich für eine „echte“ Küstenstadt gehört, hat auch Encarnación einen Strand inklusive Strandpromenade zu bieten.
Auch in Encarnación gab es keinen Moment eines Unsicherheitsgefühls, wo uns etwa zwielichtige Menschen begegnet wären. Man traf während der abendlichen Runde auf andere Spaziergänger, Jogger, Fahrradfahrer und konnte das abendliche milde Klima einfach genießen. Nebenbei wurden wir Zeuge einer kleinen Studenten-Demonstration, die entlang der Promenade lief.
Auf dem Weg zurück ins Hotel entdeckten wir noch zufällig einen historischen Ort gegenüber der Strandpromenade. Dabei handelte es sich um die ehemalige Bahnstation von Encarnación. Besonders daran ist, dass wir die andere Endstation, ein Museum in Asunción, zuvor ebenfalls besuchten.
Die Ruinen von Trinidad.
Encarnación in blau.
Nach dem Frühstück am neunten Tag unserer Reise haben wir unser Hotel verlassen und noch eine kleine Runde mit dem Auto durch das sonnige Encarnación gedreht. Die Gelegenheit haben wir für Zeitrafferaufnahmen genutzt, um das Straßenleben etwas zeitlich komprimierter einzufangen.
Im Anschluss ging es dann endlich zu den Ruinen von Trinidad. Dabei handelt es sich um alte Jesuiten-Siedlungen, welche 1706 gegründet wurden und seit dem zwangsweisen Verlassen 1767 verfallen sind. Aufgrund unserer Umplanungen hatten wir allerbestes Wetter, welches diesen Besuch absolut abrundete und wieder einmal nach Drohnenaufnahmen schrie.
Die Ruinen waren ein ganz besonderer Ort, wie ich finde. Sie sind ein Weltkulturerbe, sie sind viele hundert Jahre alt, sie sind absolut sehenswert, aber wir waren zeitweise die einzigen Besucher an diesem historischen Ort. Wo auf der Welt gibt es so etwas? Hier bestätigte sich wieder einmal, dass Paraguay bisher touristisch sehr unerschlossen ist, was den Reiz der Reise ausgemacht hat.
Bevor wir die Ruinen verließen, suchten wir noch einen kleinen Souvenirstand auf, den es dort tatsächlich gab. Zu kaufen gab es neben gängigen Magneten auch handgefertigte Skulpturen aus Sandstein und andere traditionelle Arbeiten zu unschlagbaren Preisen. Schönere Andenken wird man nur schwer finden können.
Nach dem Besuch von Trinidad folgte eine wundervolle Fahrt durch Landschaften, deren Weite und Schönheit kaum in Worte zu fassen sind. An bestimmten Punkten auf der Route konnte man sich im Kreis drehen und in jede Richtung bis zum Horizont schauen. Dabei entdeckte man meist keinerlei menschlichen Einfluss, beispielsweise in Form von Siedlungen, Häusern oder Ähnlichem. Mehr Ruhe für das Auge geht kaum.
Eigentlich hatten wir an diesem Tag noch einen Zwischenstopp geplant. Da es aber schon um 18 Uhr dunkel wird und die Wege in Paraguay bedeutend länger dauern, als in Deutschland, haben wir wieder spontan umgeplant. Über Erdstraßen und gut ausgebaute Straßen fuhren wir unserem nun gesetzten Tagesziel entgegen.
Eigentlich hatten wir an diesem Tag noch einen Zwischenstopp geplant. Da es aber schon um 18 Uhr dunkel wird und die Wege in Paraguay bedeutend länger dauern, als in Deutschland, haben wir wieder spontan umgeplant. Über Erdstraßen und gut ausgebaute Straßen fuhren wir unserem nun gesetzten Tagesziel entgegen.
Nachdem wir uns während des Abendessens ein kleines Hotel in Villarrica herausgesucht hatten, hielt der Abend noch eine interessante Wendung bereit. Eigentlich wollten wir im Hotel auf der Terrasse den Tag Revue passieren lassen, als wir auf eine Familie aus Kanada trafen. Diese machten eine ähnliche Erkundungsreise wie wir. Und so ließen wir den neunten Abend gemeinsam mit der neuen Bekanntschaft in einem hochinteressanten und witzigen Gespräch ausklingen.
Im Artikel zum vierten Reiseabschnitt erfährst du, welcher geplante Zwischenstopp auf der Fahrt nach Villarrica auf den nächsten Tag verschoben wurde und wie sich die letzten Etappen unserer spannenden Paraguay-Reise gestaltet haben.